„Die Restwassersituation im Winter ist eine Katastrophe.“

Der Revierausschuss Landeck nimmt zum geplanten Sannakraftwerk Stellung. 

Der Revierausschuss Landeck steht dem Projekt äußerst kritisch gegenüber (obwohl sich die Pianner Fischer anscheinend positiv zu dem geplanten Kraftwerk in der Sanna geäußert haben). Es hat noch keinen Kraftwerksneubau gegeben, der sich nicht negativ auf den Fischbestand ausgewirkt hätte. Laich- und Wanderwege werden abgeschnitten. Auch wenn jetzt Fischtreppen vorgeschrieben sind, ist es nicht sicher, ob sie von den Fischen angenommen werden. Es ist auch so, dass ein erheblicher Teil des Jungfischbestandes bei der Flussabwanderung trotz Turbinenrechen mit geringem Gitterabstand in den Turbinen landet und dort zerstückelt wird. Bei zu starker Anströmgeschwindigkeit zu den Turbinen werden auch größere Exemplare gegen den Rechen gedrückt und verenden dort.

Die Restwassersituation im Winter ist ebenfalls eine Katastrophe. Bei starkem Frost, in unserer Region nichts Außergewöhnliches, kommt es zur Grundeisbildung, die sich äußerst negativ auf den Klein- und Jungfischbestand, sowie auch auf die Fischnährtiere auswirkt.
Bei den regelmäßig auftretenden Spülungen kommt es – auch wenn sie sachgemäß ausgeführt werden – zu erheblichen Verlusten am Fischbestand. Eine nicht sachgemäße Spülung kann das Gewässer auf Jahre zerstören.

Leider wird der Öffentlichkeit noch immer das Märchen von der ökologisch unbedenklichen Wasserkraft aufgetischt. Ohne Ökostromförderung wäre keines dieser Kleinkraftwerke annähernd rentabel – in Tirol existieren meines Wissens nach schon über 400.
Es ist auch zu hinterfragen, ob für einen doch sehr kleinen Teil der Bevölkerung eine so massive Zerstörung der Umwelt gerechtfertigt ist.

In Landeck haben wir übrigens die einmalige Situation, dass sämtliche Fischereirechte (Ausnahme ist der Stillebach) im Besitz von Gemeinden sind. Pians hat das Revier in der Sanna nicht verpachtet. Der örtliche Fischereiverein wurde als Bewirtschafter bestellt. Es ist daher nicht verwunderlich, dass von Seiten der Pianner Fischer wenig Kritik an dem geplanten Kraftwerk kommt.

Fischerei Revierausschuss Landeck
Barbara Prucha-Grabner
06.07.2013

Positionspapier des Tiroler Fischereiverbands TFV – „Die Auswirkungen der Wasserkraftwerke in Tirol“ (pdf)

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Eine Antwort zu “„Die Restwassersituation im Winter ist eine Katastrophe.“

  1. Von Dr. Helmut Alexander konnte man beim Sannafest erfahren:
    Die Bachforelle ein auf ökologische Unstimmigkeiten sehr empfindlicher Fisch und ist deshalb schon sehr selten in Tirols Gewässer anzutreffen. Sie ist ein wichtiger Indikator für ökologisch intakte Flüsse. Dieser Fisch kommt in der Sanna vor und die derzeitigen Voraussetzungen müssen hervorragend sein, denn in der Zwischenzeit konnte auch nachgewiesen werden, dass sich die Bachforelle in der Sanna fortgepflanzt hatte!
    Damit hat sich die Sanna knapp hinter dem Lech als zweitbester Fluss in ganz Westösterreich etabliert. Wenn Gegenteiliges behauptet wird, so sind solche Aussagen pure Märchen, welche auf veraltete Erhebungen und Kartenmaterial des Lebensministeriums beruhen. Diese Unterlagen stammen aus dem Jahr 2007 (also knappe 2 Jahre nach dem verheerenden Hochwasser 2005). Diese Unterlagen sind absolut nicht mehr der Realität entsprechend.
    Im Gegensatz dazu ist der Inn nur mehr ein Fischteich, wo man um tausende von Euro Fische nachbesetzt um sie danach wieder heraus fischen zu können.
    Aus der Website des TVB TirolWest entnommen:
    “Das Wasser, Ursprung des Lebens, ist nirgends auf der Welt so rein, klar und frisch wie in den Alpen. Entspannen Sie sich bei einem Angel-Trip in der Region TirolWest.”
    Siehe: http://www.tirolwest.at/sommer/angeln.html
    Nach Realisierung des Sanna- KW darf dieser Slogan wohl auch für immer aus der Werbung des TVB TirolWest genommen werden?

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