„Sicherheit ist die oberste Prämisse!“

Sicherheit ist die oberste Prämisse: Die Umsetzung des Projektes wird zur tickenden Bombe für den Talkessel Landeck. Der Verlauf des Stollens befindet sich in einer geologisch höchst sensiblen Zone. Dass man ausgerechnet in dem ständig gefährdeten Gebiet des „Zintl“ einen Stollen bauen möchte, halte ich für sehr mutig. Übrigens wussten dies auch schon die Erbauer der Arlbergbahn und wechselten auf die gegenüberliegende Seite.

Mag. Werner Senn

Mag. Werner Senn

Im Zuge von Starkniederschlägen kommt es immer wieder zu temporären Geschiebeablagerungen besonders beim Lattenbach, aber auch beim Mühlbach und Grünbach in Graf. Die Sanna hat dieses Geschiebe auf ihre natürliche Art abtransportiert. Bei der geplanten Restwassermenge ist dies nicht mehr möglich. Für das letzte Hochwasser 2005 hat die Sanna dafür teilweise 8 Jahre gebraucht.

Mag. Werner Senn

Die Sanna ist die „Streif im Wildwassersport“ und muss auch den Wildwassersportlern erhalten bleiben. Mit dem Kraftwerk wird eines der schönsten Wildwasserflüsse Europas zerstört. Zerstört wird auch ein ganzer Wirtschaftszweig, nämlich der Rafting Sport im Talkessel.

Mag. Werner Senn

„Das Wasser, Ursprung des Lebens, ist nirgends auf der Welt so rein, klar und frisch wie in den Alpen. Entspannen Sie sich bei einem Angel-Trip in der Region TirolWest“ – Diesen Werbeslogan des Tourismusverbands kann man bei Errichtung des Kraftwerks ersatzlos streichen.

Mag. Werner Senn

Das Flusssystem mit den Zubringern Trisanna und Rosanna ist bereits stark durch bestehende Kraftwerke genutzt. Aufgrund der aktuellen Entwicklung im Strompreis halte ich das Projekt für unwirtschaftlich. Wer es nicht glaubt, möge sich bei der Energie AG in Oberösterreich erkundigen.

Mag. Werner Senn

Sollten meine bisher angeführten Argumente nicht fruchten, möchte ich noch auf die Bilek‘ s Azurjungfer aufmerksam machen. Dabei handelt es sich um eine Libellenart, die lediglich auf der Sanna und dem Lechtal vorkommt. Diese Libellenart ist europaweit einzigartig und kommt nur in Tirol vor. Dies wird dann wohl auch die Befürworter beeindrucken?

Mag. Werner Senn ist  Leiter der österreichischen Flugpolizei und Sachverständiger für alpines Sicherheitswesen

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2 Antworten zu “„Sicherheit ist die oberste Prämisse!“

  1. Geologisch wirklich bedenklich, denn das Ausleitungsbauwerk wird beidseitig von Rutschhängen flankiert. Jeder noch so kleine Aufstau wird durch eindringendes „Stauwasser“ den Reibungswinkel der Flanken verflachen und die bisher kriechenden Rutschungen innert weniger Jahre beschleunigen. Die Folgen sind ausmalbar!
    Nördlich wird die Bundesstraße und südlich die Arlbergbahn zu einem Sanierungsfall und dies zulasten von uns Steuerzahler!

  2. Für alle, welche dies beim Sannafest auch von Dir gehört haben, dass Wien eine künstliche Raftingstrecke um viele Millionen baute, hier ist der Link dazu:
    http://www.vienna-wildwasser.at/de/home.html
    Wenn das Schule macht, dann gute Nacht Tirol. Vermutlich wird dies aber doch nicht als Ersatz für die Sanna jemals in Betracht kommen können, denn immerhin benötigen diese ach so „schönen“ Betonrinnen immerhin ebenfalls 12 m³/s an Wasserfracht und natürlich auch noch viel Energie für den Pumpkreislauf des Wassers!

    Am Samstag war in der Sanna eine Wasserfracht von 27,5 m³/s zu verzeichnen. Davon 12 m³/s für eine künstliche Wildwasserstrecke würde ein Resttriebwasser für die Stromerzeugung von nur mehr 15,5 m³/s ergeben. Das sind nur mehr 62% jener Menge, welche plangemäß genutzt werden soll.

    Schlussfolgerung:
    Selbst ein künstlicher Ersatz wird sich nicht rechnen, denn die maximal nutzbare Wassermenge von 25 m³/s wird selbst in den wasserreichsten Sommermonaten fast nie mehr zur Verfügung stehen und damit darf man berechtigte Zweifel an der Wirtschaftlichkeit dieses Kraftwerks haben!

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