„50 bis 150.000 Euro Gewinnausschüttung pro Jahr und Gemeinde sind nie zu erreichen!“ – Karl Graber

Leserbrief von Mag. Karl Graber, Perfuchs-Landeck
in der Oberländer Rundschau vom 30.07.2014

Karl Graber, Foto privatAls Aktionist, Aktivist und Widerständler der allerersten Stunde und als derjeniger, welcher das Gutachten in Auftrag gab, darf ich den Leserbrief von Dr. Huber wie folgt ergänzen.
Nur wenn die Gewinnschwelle bei einem fiktiven Stromhandelspreis von ca. 7 Cent/kWh erreicht wird, was einer weit über 100%igen Erhöhung des aktuellen Stromhandelspreises entspricht, so liegen dann noch ganze Welten dazwischen, wenn die Projektanten von einem Gewinn von 50.000 bis 150.000 Euro pro Jahr und Gemeinde sprechen. Prof. Pircher legte auch ein Gewinnszenario von 300.000 Euro im Jahr seiner Expertise zugrunde und kommt dabei auf einen Gewinnanteil von nur rund 8.000 Euro je Gemeinde – in diesem Fall müsste der Handelspreis jedoch auf ca. 7,4 Cent/kWh ansteigen!

„50 bis 150.000 Euro Gewinnausschüttung pro Jahr und Gemeinde sind nie zu erreichen!“

Um 50.000 Euro Gewinn pro Gemeinde ausschütten zu können, müsste die Gesellschaft fast 2 Mio. Euro Bruttogewinn machen! Bei 150.000 Euro je Gemeinde bräuchte es einen Bruttogewinn von ca. 6 Mio. Euro! Wie soll das möglich werden, wenn mit ca. 80 GWh/a (RAV) bei derzeit aktuellem Handelspreis von 3 Cent/kWh, ein Umsatz von nur ca. 2,4 Mio. Euro erzielt werden kann?

2 Millionen Gewinn aus 2,4 Millionen Umsatz?

„Mit etwa 80 GWh/a (RAV) kann bei derzeit aktuellem Handelspreis von 3 Cent/kWh ein Umsatz von ca. 2,4 Mio. Euro erzielt werden. – Um 50.000 Euro Gewinn pro Gemeinde ausschütten zu können, müsste die Gesellschaft fast 2 Mio. Euro Bruttogewinn machen.“

Wobei diese Einnahme zusätzlich stark reduziert wird, wenn die entsprechende Restwasserabgabe für den Outdoorsport gewährleistet wird! Es ist unwahr, dass ein Kraftwerks- und Outdoorsport-Betrieb machbar wäre. Die notwendige Wasserabgabe würde das RAV um mindestens 40% reduzieren und das bedeutet deutlich weniger Umsatz (derzeit um ca. 1. Mio. weniger = 1,4 Mio. Euro)! Damit steigt aber auch die Gewinnschwelle deutlich nach oben und der derzeitige Stromhandelspreis müsste um ca. 300% steigen!

Diese Zahlen widerlegen diese mehr als phantastischen Illusionen vom Pianner Bürgermeister! (…)

Tatsächlich kann bei 75% Mehrheit in der Gesellschaft auch beschlossen werden, dass kein jemals möglicher Gewinn ausgeschüttet wird. 25% für die Gemeinden bedeutet somit kein Mitspracherecht nach einschlägiger Gesetzeslage (siehe GmbH-Gesetz)!

Mag. Karl Graber, Perfuchs-Landeck

 

leserbrief karl graber 20140730

Anmerkung: RAV = Regelarbeitsvermögen

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Eine Antwort zu “„50 bis 150.000 Euro Gewinnausschüttung pro Jahr und Gemeinde sind nie zu erreichen!“ – Karl Graber

  1. Vollkommen richtig und dem ist wohl nichts mehr hinzu zu fügen, außer dass derartige Aussagen vom Pianner Bürgermeister auch strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen könnte.

    Der Flyer an jeden Haushalt ist wie ein Werbeprospekt für das Sanna- Kraftwerk zu verstehen und Prospektwahrheit wird auch hier gefordert! Wer sein Amt (z.B. Bürgermeister) dazu noch zusätzlich ins Gewicht bringt, der erschwert solchen Missbrauch und deshalb sollte der Pianner Bürgermeister diesbezüglich gleich doppelt aufpassen und vorher mal eine Wirtschaftlichkeitsberechnung von der INFRA einfordern, bevor er ungeprüft solchen Unsinn vom Stapel lässt!

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